Unser Eigenbau
Es begann 2008 mit einem Sacksilo, das der 5-Tonnen-Last nicht gewachsen war: Der Hersteller hatte, abweichend von Angebot und Bestellung eine neue Variante geliefert, bei der die Streben nicht mehr durchgehend, sondern zweigeteilt waren, der Pellet-Sack nicht mehr in der Mittelstrebe gehalten wurde und eine zusätzliche Staubschutzklappe vor dem Einstieg fehlte. Es wurde kalt und die Pelletlieferung war unterwegs - keine Zeit mehr, daran etwas zu ändern. Der Selbstaufbau wurde zur Herausforderung, weil die Gewindezapfen zur Montage teilweise falsch angeschweißt waren, und durch Eigenmittel ersetzt werden mussten. Als dann die 5 Tonnen kamen, gaben die oberen Streben-Verschraubungen V-förmig nach unten nach und die Mittelstreben knickten wegen des hohen Seitendrucks nach außen ein. Auch der Reißverschluss vom Einstieg war deshalb nach dem ersten Öffnen nicht mehr vollständig zu schließen. Nach langwieriger Reklamation bot der Hersteller endlich die Wandlung an. So konnte, während die Pellets langsam verbraucht wurden, eine neue Lösung geplant und vorbereitet werden.

Die Konstruktion: Doppelwandig, staubdicht, an Boden und Decke mit Winkeleisen abgefangen. Innenboden 120 mm hoch gegen Bodennässe. Verschluss des Einstiegs mit 4 Plexiglasstreifen (620 x 250 x 20mm) in U-Schiene zur Nutzung als Sichtfenster. Austragung: Maulwurf-Saugentnahme von oben.
Die Materialbeschaffung war einfach und kostengünstig: Vierkantholz 98 x 78 mm, OSB-Holzplatten 22 mm und Kleinmaterial im Baumarkt-Sonderangebot sowie ca. 12 m Winkeleisen 80 x 80 mm fertig zugeschnitten im Eisenhandel. Am Ende waren vom Wandlungsbetrag noch runde € 900,- übrig.
Der Aufbau: Restentleerung und Abbau des Sacksilos sowie Aufbau und Rückverbringung der noch verbliebenen Pellets (ca. 1 t) dauerten 3 Tage, wobei wir zeitweise von ein bis zwei Helfern unterstützt wurden. Der Platzbedarf blieb gleich, jedoch lässt sich der Kellerraum wegen der geraden und festen Außenwände des Pelletspeichers besser nutzen (Regale).
Im Betrieb ergaben sich noch ein paar Verbesserungen Jetzt läuft's optimal:

Während der ersten beiden Jahre nach Inbetriebnahme unseres Eigenbaus kam es das eine oder andere Mal zu einer Störung beim Betrieb des Maulwurfs: Der hatte sich aufgrund seines Eigengewichts in die Tiefe - und wegen seiner wechselnden Drehbewegungen in eine der Speicherecken vorgearbeitet. So zwischen zwei Wänden, Boden und dem entstandenen Pellethang eingeengt konnte er kein Nachfließen der Pellets mehr bewirken und keine Pellets mehr fördern. Die Störung war nur durch Öffnen des Speicherzugangs, Einebnen der Pellets und Neupositionierung des Maulwurfs zu beheben. Eine aufwendige und unbequeme Lösung!
Der erste Schritt zur Verbesserung war die Installation eines Handzuges, der es erlaubt, den Maulwurf von außen hochzuziehen und wieder abzusenken. Es stellte sich aber sehr schnell heraus, dass er danach sehr zielsicher in den entstandenen Pellettrichter geriet und es kurz darauf wieder zur Störung kam. Das zu verhindern hilft seither ein Brett mit untereinander angeordneten Stiftpaaren, das es mit seinen unten eingearbeiteten, gerundeten Vertiefungen ermöglicht, den Griff des Handzuges einzuhängen und damit zu verhindern, dass der Maulwurf sich erneut in die Ecke flüchtet und arbeitsunfähig wird. Stattdessen frißt er sich nun - wieder aufgrund seines Eigengewichts - in den Pellethang, baut diesen ab und kann dann, zum richtigen Zeitpunkt wieder "freigelassen" mit seinen Drehbewegungen am Boden weiter störungsfrei Pellets zur Heizanlage fördern. Die Anbringung weiterer Aufhängungen für den Maulwurf an der Speicherdecke kann nun gesteuert werden, wohin er sich bewegen soll. Umhängen mittels eines Greifstab durch die Eingangsöffnung ohne in den Speicher einsteigen zu müssen. Die äußere, seitliche Aufhängung erlaubt es jetzt, den Sauger vor der Befüllung in eine Position zu bringen, in der er sich während des Tankvorgangs außerhalb des Einblasstrahls befindet und danach einfach nur durch Freigabe des Handgriffs am Stiftbrett entriegelt, betriebsbereit ist ohne dass dazu der Speicher nochmals geöffnet werden muß.
So staubarm unsere Pellets wegen der Vorentstaubung im Verladeprozeß des Lieferanten auch sind, bei der Austragung vom Pellet- in den Tagesspeicher per Saugturbine entsteht auch bei kurzer Ansaugstrecke etwas Abrieb, der dann zum Teil mit der unterdruckausgleichenden Luft in das Lager zurückgeblasen wird und sich dort langsam sammelt. Diese "Selbstverstaubung" ist von der Länge, der Qualität und der Schlauchführung abhängig und leicht an der oberflächlichen Staubschicht auf den Pellets, die erst nach der Lagerbefüllung langsam entsteht, zu erkennen.
Um dem entgegenzuwirken wird die Rückluft durch einen staubabscheidenden Zyklon geleitet und der Staub in einem für die Sichtkontrolle durchsichtigen Behälter aufgefangen. Einfache Lösung, Matrialkosten für Zyklon und Behälter ca. € 35,-. Suche: ebay - "Zyklon Abscheider".
Vorsicht Wasser!
Kaum hatten wir unseren Eigenbau (2009) fertiggestellt und befüllt, ereilte uns wegen eines Starkregenereignisses ein erheblicher Wasserschaden durch Kanalrückstau. Die selbstschließenden Siele schlossen nicht und das Wasser stieg. Weil wir zu Hause waren, es gerade noch rechtzeitig bemerkten und weil der Innenboden unseres Lager-Eigenbaus 120 mm erhöht lag (heute würden wir noch etwas höher gehen) schafften wir es im "Kampfeinsatz" gegen das nachströmende Wasser, den Pegel knapp unter den Pellets zu halten. Dennoch war der Schaden erheblich, die Trocknung und die anschließende Renovierung dauerten mehrere Wochen. Unsere Versicherung (u. a. gegen Elementarschaden) übernahm den größten Teil des Schadens, hätte in diesem Fall wohl auch eine Lagerreinigung und den Ersatzkauf für unbrauchbar gewordene Pellets bezahlt.
Die Konsequenz: Die Bodensiele wurden ausgetauscht und von nun an regelmäßig gereinigt (!!) und es wurde eine Pumpe installiert. Dazu wurde das Unterteil eines ausrangierten Entsafters 10 cm tief in den Kellerboden eingelassen und bündig abgeschnitten. Die Pumpe verfügt über einen Fühler und sobald das Wasser in der Vertiefung über 3 cm steigt springt sie an und transportiert es durch eine gut dimensionierte Rohrleitung (Durchmesser 28 mm, kein Schlauch !!) raus in den Garten.




